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21.09.17 10:07 Alter: 88 days

WFG und Landrat besuchen Architektur in Holz GmbH in Freiwalde

 

Ende 2015 übernahm die Architektur in Holz GmbH den Standort des insolventen Fertighausherstellers Green Building Deutschland GmbH in Freiwalde. Am 14. September 2017 besuchten Landrat Stephan Loge und Wirtschaftsförderer Gerhard Janßen das Unternehmen erstmals im Rahmen ihrer regelmäßigen Unternehmensbesuche. Mit dabei war auch Jens-Herrmann Kleine, Amtsdirektor des Amtes Unterspreewald. Begrüßt wurden sie von Irene Hübner, Geschäftsführerin der Architektur in Holz GmbH sowie Robert Knittel, Geschäftsführer der Kampa Beteiligungs GmbH & Co. KG. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die bisherige Entwicklung des neuen Standortes und die Zukunftspläne des Unternehmens.

Die Architektur in Holz GmbH beschäftigt aktuell 108 Mitarbeiter und ist ein Tochterunternehmen des Fertighausherstellers KAMPA GmbH. Die KAMPA GmbH wurde 2009 gegründet und ging aus der börsennotierten KAMPA AG hervor. Seitdem entwickelten die KAMPA-Geschäftsführer Josef Haas, Peter Hofmann und Robert Knittel die Marke KAMPA zu einer über Deutschland hinaus bekannten und führenden Marke für nachhaltiges Bauen und modernes Wohnen. Der Stammsitz des Unternehmens befindet sich im schwäbischen Aalen-Waldhausen. Neben dem Standort in Freiwalde gibt es eine weitere Produktionsstätte im baden-württembergischen Bad Saulgau und eine firmeneigene Haustechniktochter im sächsischen Altenburg.

„KAMPA ist spezialisiert auf konsequent energieeffizientes Bauen. Als bisher einziger Hersteller fertigen wir jedes Haus als Effizienzhaus 40 Plus mit Photovoltaikanlage und Lithium-Ionen-Stromspeicher serienmäßig. Damit verbraucht jedes KAMPA Haus weniger Energie als es selbst erzeugt“, erklärt Robert Knittel. Der Rundgang durch die Produktionshallen in Freiwalde machte jedoch deutlich, dass Energieeffizienz allein nicht mehr ausreicht, um Vorreiter in der Branche zu sein. „Energieeffizienz wird von den meisten Bauherren mittlerweile als selbstverständlich vorausgesetzt. Dagegen rücken Themen wie Design und Nachhaltigkeit immer stärker in den Fokus. Wir haben darauf reagiert: Ökologische Bau- und Dämmstoffe, anspruchsvolle Designfassaden oder das VIESSMANN Systemzertifikat ganz im Sinne von Smart Home und technischem Service aus einer Hand gehören seit kurzem zum Standard bei KAMPA“, so Robert Knittel weiter. Landrat Stephan Loge zeigte sich beeindruckt. „Auf den ersten Blick lässt sich nicht vermuten, wieviel Innovationsarbeit in diesen Produkten steckt und wie toll Handwerk hier umgesetzt wird.“

Das Stichwort „Handwerk“ brachte das Gespräch auf die Fachkräftesituation. Im vergangenen Wirtschaftsjahr baute KAMPA 650 Häuser, in Zukunft sollen es 1.000 Häuser jährlich sein. Das setzt leidenschaftlich agierende Mitarbeiter voraus. „Die Frage, woher die Menschen, die unsere Häuser bauen und montieren, künftig kommen und warum sie bei uns bleiben sollten, beschäftigt uns enorm“, bestätigt Robert Knittel. Eine interessante Stellenbeschreibung und gerechte Bezahlung seien mittlerweile Grundvoraussetzungen. Die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit gewinne immer mehr an Bedeutung. Und ein angenehmer Arbeitsplatz sei wichtig. „Aus diesem Grund haben wir in den vergangenen beiden Jahren zuerst in Hallen, Sanitäranlagen, Aufenthaltsräume, Außenanlagen sowie neue Maschinen in Freiwalde investiert. Aktuell wird das ehemalige Bauherrenzentrum neugestaltet. Hier soll in naher Zukunft die Verwaltung mit attraktiven Büroräumen ihren Platz finden. Desweiteren soll eine kleine Ausstellung für künftige Bauherren untergebracht werden“, ergänzt Irene Hübner.

Zukünftig ist auch die Ausbildung von firmeneigenem Nachwuchs angedacht. Die Integration von Flüchtlingen könnte ebenso ein Thema sein - hier gibt es sehr gute Erfahrungen in Bad Saulgau. WFG-Geschäftsführer Gerhard Janßen warb für die Teilnahme an der Ausbildungsmesse des Landkreises und für eine Partnerschaft beim kreiseigenen Berufsorientierungsprojekt „Start 2 Green + Craft“, das junge Menschen auch auf handwerkliche Berufe neugierig macht.

Ein letztes wichtiges Thema war die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. „Wir sind mit Standort hochzufrieden, die Lage nahe Autobahn und Bahnhöfen ist ideal. Allerdings ist die unzureichende Anbindung der letzten Meter vom Bahnhof ins Gewerbegebiet für heutige und zukünftige Mitarbeiter ohne Führerschein ein Problem. Sie sind auf Fahrgemeinschaften angewiesen, um zu uns zu gelangen“, so Irene Hübner, die sich hier eine zeitnahe Lösung wünscht. Landrat Stephan Loge kennt das Problem aus anderen Gewerbegebieten. „Wir sind dran“, signalisierte er.