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Grundstein für Datenzentrum der Gammaastronomie gelegt

Das wissenschaftliche Datenzentrum des Gammastrahlenobservatoriums CTAO (Cherenkov Telescope Array Observatory) wird bald in Zeuthen stehen.

V.l.n.r.: Prof. Federico Ferrini (Managing Director CTAO gGmbH), Dr. Volkmar Dietz (Leiter Unterabteilung Großgeräte und Grundlagenforschung, Bundesministerium für Bildung und Forschung), Prof. Helmut Dosch (Vorsitzender des DESY-Direktoriums), Prof. Otmar Wiestler (Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft), Dr. Manja Schüle (Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg) und Prof. Christian Stegmann (Direktor für den Bereich Astroteilchenphysik, Standortleiter DESY in Zeuthen) während der feierlichen Grundsteinlegung für den Neubau des Science Data Management Centre (SDMC) für das zukünftige Cherenkov Telescope Array Observatory CTAO auf dem DESY-Campus in Zeuthen. Bild: DESY, Marco Urban

Das wissenschaftliche Datenzentrum des internationalen Gammastrahlenobservatoriums CTAO (Cherenkov Telescope Array Observatory) wird bald im Brandenburgischen Zeuthen stehen. Brandenburgs Wissenschaftsministerin Manja Schüle und Volkmar Dietz, Leiter der Unterabteilung Großgeräte und Grundlagenforschung im Bundesforschungsministerium, legten am 2. März 2022 zusammen mit Federico Ferrini, dem geschäftsführenden Direktor der CTAO gGmbH, und DESY-Direktor Helmut Dosch den Grundstein für das Science Data Management Centre (SDMC) des Großprojekts der Astroteilchenphysik.

Einzigartiges, weltumfassendes Observatorium für Gammastrahlenastronomie

Das Cherenkov Telescope Array Observatory wird ein einzigartiges, weltumfassendes Observatorium für Gammastrahlungsastronomie, das erste erdgebundene dieser Art. Aufbauend auf der Technologie der aktuellen Generation von Gammastrahlungsteleskopen wie H.E.S.S., MAGIC und VERITAS (an allen dreien sind DESY-Forschungsgruppen beteiligt) wird CTAO bis zu zehnmal empfindlicher sein und eine noch nie dagewesene Genauigkeit beim Nachweis hochenergetischer Gammastrahlen aufweisen. Wenn diese hochenergetische Strahlung aus dem Universum auf die Erdatmosphäre trifft, entstehen in der oberen Atmosphäre kurze Lichtblitze, sogenannte Cherenkovstrahlung, die mit Hilfe der CTAO-Teleskope detektiert und dann analysiert werden. Mit mehr als 60 Teleskopen verschiedener Größe, die in der ersten Bauphase an zwei Standorten in der nördlichen und südlichen Hemisphäre errichtet werden, wird das Observatorium einzigartige astronomische Beobachtungen ermöglichen und der Astroteilchenphysik einen bisher unerreichten Einblick in unser Universum geben. Das SDMC bildet das wissenschaftliche Tor zum Gammastrahlungsobservatorium CTAO.

Forschungsministerin Schüle: "Juwel der Brandenburger Forschungslandschaft"

Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger teilte in einem Grußwort zur Grundsteinlegung mit: „Deutschland gehört in der Astrophysik weltweit zu den führenden Forschungsnationen. Diesen Anspruch untermauert die Ansiedlung des neuen Science Data Management Centre in Zeuthen auf eindrucksvolle Weise. Es soll Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt anziehen, die die Daten des CTAO analysieren und uns wichtige Erkenntnisse über unser Universum liefern. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung wird diesen Prozess weiter unterstützen und die Partner in Europa und der ganzen Welt weiter eng einbinden.“

Manja Schüle, Forschungsministerin des Landes Brandenburg, sagt: „DESY-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler sind seit Jahrzehnten an wesentlichen internationalen Forschungsprojekten der Astroteilchenphysik beteiligt. Die Entscheidung, das wissenschaftliche Zentrum des internationalen Gammastrahlenobservatoriums CTAO in Zeuthen anzusiedeln, wertet diesen mit Forscherinnen und Forschern aus über 30 Nationen international aufgestellten und gleichsam regional verwurzelten Forschungsstandort im Land Brandenburg enorm auf. Dort werden bald nicht nur gewaltige Datenmengen verarbeitet und koordiniert. Dort entstehen auch Räume für Vorträge, Schulungen und – wichtiger denn je – für Begegnungen. Ich bin überzeugt: Wissenschaft und Forschung werden auch künftig Menschen zusammenbringen. Doch seit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine ist eine vertrauensvolle institutionelle Zusammenarbeit mit russischen und belarussischen Institutionen nicht mehr möglich. Deshalb unterstützen wir die Entscheidung von DESY, alle wissenschaftlichen Kooperationen mit Russland und Belarus auszusetzen. Wissenschaft und Forschung bauen Brücken – doch diese müssen von beiden Seiten gebaut werden. Angesichts dieses Krieges in Europa darf und kann es kein einfaches ‘Weiter so‘ geben. Wir stehen voll und ganz an der Seite der friedens- und freiheitsliebenden Menschen in der Ukraine – und aller Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich gegen den Krieg ausgesprochen haben. Ich bin sicher: Das neue Science Data Management Centre wird ein Juwel der Brandenburger Forschungslandschaft – und neue Brücken bauen.“

Eines der innovativsten Forschungszentren in der Region

„Mit dem neuen CTAO Science Data Management Centre macht DESY in Zeuthen einen weiteren großen Schritt auf dem Weg zu einem internationalen Zentrum für Astroteilchenphysik in Deutschland und zu einem der innovativsten Forschungszentren in der Region“, sagt Helmut Dosch, Vorsitzender des DESY-Direktoriums.

„DESY betreibt in Zeuthen eine der weltweit größten Forschungsgruppen in der Gammaastronomie. Mit dem SDMC stärken wir diese Kompetenz weiter und werden Gastgeber für viele, viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dieser Disziplin. Das wird unseren Campus für die nächsten Jahrzehnte entscheidend prägen“, erklärt Christian Stegmann, DESY-Direktor für Astroteilchenphysik und Leiter des DESY-Standorts Zeuthen.

Bereits jetzt zählt DESY in Zeuthen mit ca. 280 Angestellten zu den größten Wissenschaftseinrichtungen in Brandenburg. Durch die Errichtung des SDMC werden etwa 60 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen. Darüber hinaus werden künftig weitere Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler das Institut besuchen. Perspektivisch werden bis zu 400 Personen auf dem Campus beschäftigt sein.

Federico Ferrini, geschäftsführender Direktor der CTA-Observatorium gGmbH, sagt: „Das CTA-Observatorium ist ein wahrhaft internationales Projekt. An seinen beiden Standorten in Chile und La Palma wird es große Mengen an kostbaren Messdaten generieren, die von der wachsenden weltweiten Community von Astrophysiker:innen und Astroteilchenphysiker:innen analysiert werden. Es ist großartig, das Science Data Management Centre hier in Zeuthen wachsen zu sehen; es ist eine der entscheidenden Komponenten für den Erfolg von CTAO.“

Quelle: DESY


► Mehr zum Cherenkov Telescope Array Observatory und dem neuen Science Data Management Centre in Zeuthen finden Sie auf der Website von DESY.

► Weitere Informationen zu Innovationen, Forschung & Hightech aus der Region Zeuthen, Wildau & Königs Wusterhausen finden Sie auf der Website von dahme_innovation.

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